Section Header

Das Voltvera 3+1 Prinzip

Hebel 01

Lastspitzenkappung

Lastspitzen entstehen, wenn der Strombezug eines Betriebs kurzfristig stark ansteigt, etwa beim Anlaufen von Motoren, bei Schichtwechseln oder beim Laden von Elektrofahrzeugen. Obwohl diese Spitzen oft nur wenige Minuten dauern, wirken sie sich stark auf die Stromrechnung aus: Netzbetreiber müssen die maximale Leistung dauerhaft bereitstellen, weshalb ab einem Jahresverbrauch von 100.000 kWh zusätzlich zum Arbeitspreis ein Leistungspreis in €/kW berechnet wird. Entscheidend ist dabei das höchste 15-Minuten-Leistungsmittel. Schießt dieser Wert einmal in die Höhe, gilt er für das ganze Jahr – selbst wenn die Lastspitze nur kurz war. Steigende Netzentgelte verstärken diesen Effekt und erhöhen Energie- und Betriebskosten deutlich.

Hier setzt Lastspitzenkappung mit Batteriespeichern an: Statt Produktionen zu unterbrechen oder kostspielige Generatoren anzuschalten, wird der Batteriespeicher als flexibler Leistungspuffer eingesetzt. Bei drohender Überschreitung eines definierten Grenzwerts liefert er kurzfristig Energie aus dem Speicher, sodass die Netzleistung begrenzt bleibt. Dadurch sinkt die abrechnungsrelevante Spitzenleistung ohne Eingriffe in den Betrieb. Ein Energiemanagementsystem (EMS) überwacht die Anschlussleistung und das 15-Minuten-Leistungsmittel. Nach einem Lastspitzenereignis wird der Speicher wieder geladen – bevorzugt in Zeiten niedriger Last oder bei verfügbarer Eigenerzeugung (z. B. PV).

  • Reduzierung des Leistungspreises
  • Optimierte Lastverteilung
  • Entlastung Netzanschluss
Hebel 02

Eigenverbrauch steigern

In Industrie- und Gewerbebetrieben fällt der Stromverbrauch häufig zeitlich versetzt zur Erzeugung aus Photovoltaikanlagen an. Während PV-Anlagen vor allem tagsüber (oder am Wochenende) hohe Leistungen liefern, entstehen relevante Lasten oft in den frühen Morgenstunden, am Abend oder im Mehrschichtbetrieb. Ohne Energiespeicher kann ein Großteil des erzeugten Stroms daher nicht direkt genutzt werden und wird ins öffentliche Netz eingespeist. Ein Batteriespeichersystem löst dieses Problem, indem es überschüssigen Solarstrom zwischenspeichert und zu einem späteren Zeitpunkt wieder für den Eigenverbrauch zur Verfügung stellt. Auf diese Weise wird der selbst erzeugte Strom zeitlich flexibel nutzbar – und der wirtschaftliche Nutzen der PV-Anlage deutlich erhöht.

  • Reduzierung der Strombezugskosten
  • Steigerung Wirtschaftlichkeit der PV Anlage
  • Resilienz vor Strompreisvolatilität
Hebel 03

Bezug optimieren

Batteriespeichersysteme ermöglichen Industrie- und Gewerbebetrieben außerdem in Kombination mit einem dynamischen Stromtarif ihren Strombezug zeitlich zu flexibilisieren und damit zusätzlich Kosten zu reduzieren. Strom wird gezielt bei niedrigen Preisen aus dem Netz bezogen und bei hohen Preisen aus dem Speicher genutzt – besonders sinnvoll bei zeitvariablen Netzentgelten (ab 2029).

Grundprinzip:
Niedrige Preise → Batterie laden
Hohe Preise → Batterie entladen

Ein Energiemanagementsystem (EMS) steuert den Speicher so, dass möglichst wenig teurer Netzstrom bezogen wird, ohne die Versorgungssicherheit zu gefährden.

  • Senkung der Strombeschaffungskosten
  • Bessere Planbarkeit der Energiekosten
  • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit
Hebel 04

Multi Market Trading

Die ungenutzte Kapazität der lokalen Optimierung kann automatisch gewinnbringend vermarktet werden. Multi Market Trading beschreibt hierbei die Nutzung unterschiedlicher Energiemärkte durch den Batteriespeicher. Statt nur in einem Marktsegment aktiv zu sein, werden Regelleistung, Arbitragehandel und Flexibilitätsmärkte kombiniert. Dadurch lässt sich die Flexibilität des Speichers maximal wirtschaftlich nutzen und der Return on Investment deutlich steigern.

Regelleistung: Regelleistung stabilisiert das Stromnetz. Batteriespeicher gleichen Frequenzabweichungen aus.

Arbitragehandel: Speicher nutzen Preisschwankungen gezielt: Laden bei niedrigen Preisen, Entladen bei hohen Preisen.

Netz- & Flexibilitätsmärkte: Unternehmen stellen Speicher- oder Lastflexibilität bereit, um lokale Netzengpässe auszugleichen.

  • Zusatzerlöse durch Arbitragegewinn
  • Aktivierungsentgelte/Kapazitätszahlungen bei Abruf
VoltVera CTA - Elegant Chevron

Zur Ersteinschätzung

Mit nur wenigen Angaben erhalten Sie eine klare Orientierung zum Thema Batteriespeicher in Ihrem Unternehmen.


Section Header

Weitere Anwendungsmöglichkeiten

Atypische
Netznutzung

Atypische Netznutzung ist ein Netzentgelt-Modell für größere Stromverbraucher, bei dem Sie weniger zahlen, wenn Ihre Lastspitzen nachweislich nicht in den Zeiten auftreten, in denen das regionale Stromnetz typischerweise am stärksten belastet ist. Technisch basiert das auf Ihrem Lastprofil und dem Abgleich mit den Hochlastzeitfenstern im jeweiligen Netzgebiet; entscheidend ist also nicht nur wie hoch, sondern vor allem wann Ihre maximale Leistung (kW) anfällt. Erfüllen Sie die Kriterien, können Ihre Netzentgelte, insbesondere der Leistungspreis in €/kW, spürbar sinken.

Ein Batteriespeicher ist dabei ein sehr wirksamer Hebel: Er lädt außerhalb der Hochlastzeiten und stellt in kritischen Zeitfenstern kurzfristig Leistung bereit, sodass gemessenen Spitzen im Hochlastfenster reduziert oder ganz vermieden werden. Häufig wird das mit Lastmanagement (z. B. Prozessverschiebung, geregeltes Anfahren von Anlagen) kombiniert, um die Anforderungen stabil einzuhalten. Wichtig ist: Die Bewertung erfolgt standort- und netzgebietsspezifisch – daher lohnt sich eine datenbasierte Prüfung anhand Ihrer Messwerte.

2500/7000h
Regel

Die 2.500h- bzw. 7.000h-Regel bezieht sich auf die sogenannte Benutzungsdauer Ihres Netzanschlusses und ist ein zentraler Hebel zur Reduktion von leistungspreisbasierten Netzentgelten. Vereinfacht: Die Benutzungsdauer ergibt sich aus Jahresarbeit (kWh) / Jahreshöchstleistung (kW), je höher der Wert, desto „gleichmäßiger“ nutzen Sie das Netz. Ab bestimmten Schwellen (typisch ≥ 2.500 h bzw. ≥ 7.000 h) greifen reduzierte Leistungspreise bzw. besondere Netzentgeltprivilegien, weil Ihre Last das Netz weniger „spitzenlastig“ beansprucht.

Ein Batteriespeicher hilft hier vor allem über die Senkung der Jahreshöchstleistung (kW): Wenn Sie Lastspitzen kappen, steigt rechnerisch Ihre Benutzungsdauer und Sie können eher in die günstigere Entgeltstufe rutschen oder dort bleiben. Zusätzlich kann Lastmanagement (z. B. gestaffeltes Anfahren von Anlagen, Prozessverschiebung) die Spitzen weiter glätten. Entscheidend ist immer die belastbare Auswertung Ihrer Messdaten, weil die konkrete Anwendung von Netzbetreiber zu Netzbetreiber und je nach Entgeltstruktur variieren kann.

Ersatzstrom
Lösungen

Ersatzstrom-Lösungen sorgen dafür, dass Ihr Betrieb bei einem Netzausfall weiterhin mit Strom versorgt wird, entweder für das gesamte Werk oder für definierte kritische Verbraucher (z. B. IT, Kühlung, Produktionsteile, Sicherheitstechnik). Technisch besteht eine Ersatzstromanlage typischerweise aus Umschalteinrichtung (Netz-/Inselbetrieb), einer Stromquelle (z. B. Diesel-/Gasaggregat oder Batteriespeicher) und einer Steuerung, die Spannung und Frequenz im Inselnetz stabil hält.

Ein Batteriespeicher kann dabei zwei Rollen übernehmen: USV-ähnlich (unterbrechungsfrei bzw. sehr schnell) für empfindliche Lasten und als Kurzzeit-Ersatzstrom für Minuten bis Stunden, je nach Auslegung. Häufig ist die beste Lösung eine Hybrid-Architektur: Der Speicher überbrückt die ersten Sekunden/Minuten und glättet Lastsprünge, während ein Aggregat für längere Ausfälle übernimmt. Entscheidend für die Auslegung sind Ihre kritische Leistung (kW), die gewünschte Überbrückungszeit (h), die Frage „unterbrechungsfrei oder mit kurzer Umschaltlücke“ sowie die Einbindung in Ihre bestehende Niederspannungs-/Mittelspannungsstruktur.

Ausblick: Flexible Netzentgelte

Mit flexiblen Netzentgelten sollen Netzkosten künftig stärker danach bepreist werden, wann und wo Sie das Netz belasten, statt überwiegend über pauschale Arbeitspreise und fixe Leistungspreise. Hintergrund ist der Reformprozess AgNes der Bundesnetzagentur: Ziel ist eine neue Netzentgeltsystematik, die transparent, marktgerecht und stärker an realen Netzbelastungen ausgerichtet ist und damit Flexibilität im System besser anreizt. Ab 1. Januar 2029 (Ablauf/Ersetzung der bisherigen StromNEV-Systematik) sollen diese neuen Regeln angewendet werden; die konkrete Ausgestaltung wird aktuell konsultiert und ist noch nicht final.

Das bedeutet perspektivisch: Lastverschiebung, Energiemanagement und Speicher werden finanziell relevanter, weil sie Lastspitzen in „teuren“ Zeitfenstern vermeiden und Verbrauch in „günstigere“ Netzsituationen verlagern können. Ein Batteriespeicher kann dabei als schnell regelbare Flexibilität dienen (Peak Shaving, zeitliche Verlagerung, ggf. netzdienliche Fahrweise) und so helfen, von zeitvariablen/preissignalbasierten Entgelten zu profitieren. Praktisch empfehlenswert ist schon heute: 15-Minuten-Lastdaten sauber auswerten, Flexibilitäten im Prozess identifizieren und Speicher/EMS so dimensionieren, dass Sie künftig auf netz- und tarifseitige Preissignale reagieren können.